Expedition in den Dschungel

Mit einer ersten Expedition in den Dschungel beginnen die Erforschungen der Lost World. Mal sehen, welchen unbekannten oder ausgestorben geglaubten Tieren die Forscher begegnen!

Pulp Figures Expedition Jungle Dschungel

Die Erforschung unbekannter Gebiete ist klassisches Motiv zahlreicher Abenteuerromane. Vor allem um die Wende zum 20. Jahrhundert erschienen bis in die 1940er hinein viele der bekanntesten Romane des Genres. Wissenschaftler wagten sich in unbekanntes Gebiet vor. Oft ging es nach Afrika, Südamerika oder Asien. Begleitet wurden sie von abgebrühten Abenteurern, jugendlichen Assitenten und manchmal gar einer Frau. Die Verhältnisse waren natürlich andere. Heutzutage sind die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der Tat gewaltig anders. Die meisten Romane der Zeit müssen daher mit kritischem Blick gelesen werden. Dennoch faszinieren sie noch immer. Wieso?

Der Reiz des Unbekannten

Klar, gemeinsam mit einem Abenteurer auf waghalsige Unternehmungen zu gehen, hat auch heute noch seinen Reiz. Die Heldinnen und Helden verlassen ihr stabiles Umfeld um sich unbekannten Herausforderungen und Gefahren zu stellen. Diverse Risiken gilt es zu bedenken: Verlust von Geld oder Besitz. Verlust von gesellschaftlichem Ansehen oder Verlust von körperlicher oder geistiger Gesundheit. Im Extremfall droht auch Verlust von Menschenleben. Als Abenteurer setzt man sich darüber hinweg und stellt sich der Gefahr – für Ruhm, Geld, die Forschung, andere Menschen oder natürlich für die englische Krone!

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Vielfältige Gefahren drohen: Die Reise per Flugzeug oder Schiff kann gefährlich sein. Lebensfeindliche Wüsten, arktisches Eis und tödliche Dschungel empfangen den Menschen in lebensfeindlichen Umgebungen. Natürlich drohen gefährliche Tiere, manchmal gar übernatürliche Kräfte. Auch von vielen Menschen hat man übles zu erwarten. Mindestens droht Feindseligkeit und wenn man Pech hat gar Kannibalismus.

Je nachdem wie stark all dies ausgeprägt ist, bewegen wir uns im Genre des klassischen Abenteuerromans á la Karl May oder in den grenzenlosen Möglichkeiten des pulpigen Groschenromans. Viele bekannte Autoren befinden sich mit bekannten Werken irgendwo dazwischen: H.G. Wells, Arthur Conan Doyle, Edgar Rice Burroughs, Jules Verne,…

Ich muss zugeben, als Leser ist es auch heute noch interessant, sich in die Zeit hineinzuversetzen, als man noch nicht jeden Winkel der Erde kannte. Als man neues Gebiet im Regenwald erschließen und kartografieren musste, als man neue Kulturen kennenlernte. Ein gewisser Pioniergeist umweht diese Geschichten. Mir gefällt, dass in das Unbekannte so viel hineingedichtet werden konnte. Wenn die Leser nur grobes oder gar kein Wissen über den Amazonas haben, dann kann man ihnen natürlich vieles erzählen.

Lesen mit kritischer Brille

Ich habe es angesprochen: Die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse waren gänzlich andere. Die Stellung der Frau hat sich zum Glück drastisch verändert. Der technologische und wissenschaftliche Fortschritt hat mittlerweile jeden Winkel der Erde ausgeleuchtet. Das Erbe des Kolonialismus in Form von Rassismus, westlicher Arroganz und instabilen Staaten ist leider immer noch gegenwärtig.

Es liegt auf der Hand, dass die alten Abenteuergeschichten in einem anderen Umfeld geschrieben wurden und damalige Sichtweisen zwangsläufig einfließen. Ob man das heute noch lesen muss, darüber kann man wahrscheinlich streiten. Ich möchte es durchaus noch lesen, habe aber auch die kritische Haltung dazu. Wenn der Expeditionsleiter die lokalen Hilfskräfte herablassend behandelt, beleidigt oder noch Schlimmeres mit ihnen anstellt, dann ist das keine Fiktion. Das entsprach der Realität und das ist es oftmals heute immer noch. Wenn die Forscher voller Faszination auf “Eingeborene” treffen und über Rasse oder gar Schädelbeschaffenheit sinnieren, dann regt sich heute zu recht Widerstand. Man könnte die Liste lange fortsetzen. Wichtig ist, dass es überhaupt ein Problembewusstsein gibt.

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Irgendetwas stimmt hier nicht!

Ich persönlich lese Geschichten von Jules Verne und co. immer wieder gerne. Der Abenteueraspekt ist es aber auch gerade, der einen so für die Geschichte einnimmt. Ich haltes es für wichtig, kritische Distanz zu halten, wo es nötig ist. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert: Bestandteil der Stories ist eben das Treffen auf das Andersartige. Es ist ein wichtiges Thema, das Neue und Unbekannte zu entdecken und zu beschreiben. So gesehen kann die Abenteuerliteratur zu einem Verständnis beitragen, wie Stereotypen entstehen und warum sie so leicht verfangen.

Wer hätte gedacht, dass der alte Abenteuerroman neben Unterhaltung noch so viel geben kann? Auf jeden Fall verspricht die Expedition in den Dschungel herausforderng zu werden.

Der Expeditionstrupp

Genug der Einordnung, kommen wir zum spaßigen Teil. Mein Dschungel wächst und es wird Zeit, ihn mit Leben zu füllen. Zunächst wagt sich ein Trupp zur Expedition in den Dschungel, der aus einer bunten Mischung besteht.

Es gehört natürlich ein britischer Lord dazu, der die ganze Sause bezahlt. Er ist wahrscheinlich erfahrener Großwildjäger und verspricht sich von Entdeckungen im Dschungel Reichtum, Ruhm oder auch einfach nur etwas Exotisches vor der Flinte.

Geführt wird die Gruppe von einem unerschrockenen Abenteurer. Vielleicht ist er Amerikaner. Er ist ein Frauenheld und um keinen trockenen Spruch verlegen. Mit seiner Machete bahnt er sich den Weg durch den Dschungel und nimmt es zur Not auch mit Riesenschlangen auf.

Der schrullige Forscher ist der Mann, der die gesamte Flora und Faune der bekannten Erde auswendig kennt und sofort Einschätzungen über neu Entdecktes liefert. Er ist gerne naiv und von aufrichtigem Forschergeist beseelt. Wenn es drauf ankommt, dann kann er sich zur Überraschung aller auch tatkräftig helfen – alternativ ist er gut im Rennen oder Verstecken.

Außerdem die Quotenfrau. Sie ist eine Forscherin, die nicht ernst genommen wird. Sie ist die Ehefrau von irgendjemandem oder es gibt einen anderen Grund, warum sie dabei sein muss. Tendenziell nervt sie mindestens einen im Team und verdreht unserem Abenteurer den Kopf. Falls es tödliche Gefahren gibt, dann wird sie auf jeden Fall überleben.

Schließlich das Großmaul. Er ist ein Draufgänger, der schon alles gesehen hat und dem man nix erklären muss. Bewaffnet und kampfeslustig möchte er am liebsten alles mit Gewalt lösen. Er ist ein anstrengender Typ, der die Frau herablassend behandelt und Mensch und Tier unterschätzt. Höchstwahrscheinlich wird er die Expedition nicht überleben und wahrscheinlich wird es die anderen nicht einmal stören.

Die Miniaturen

Die Miniaturen stammen alle aus dem Set “Safari into Danger” von Pulp Figures. Ich habe gar nichts umgebaut und die Figuren auf Karosseriescheiben als Bases geklebt, damit sie zu den restlichen Figuren des Projekts passen. Dies ist mein erstes Pulp Figures Set und ich bin absolut zufrieden. Minimaler Reinigungsaufwand, schöne Posen und insgesamt ein würdiger Anblick. Den Bases habe ich noch zusätzliches Dschungelflair verpasst.

Zweifellos werde ich die Sammlung ausbauen. Von Pulp Figures gibt es noch so einige Sets, zu denen ich viele Ideen habe. Vielleicht gibt es noch mehr Forscher, vielleicht auch ein paar Soldaten oder Söldner. Sicherlich tauchen auch Archäologen und Trophäensammler im Dschungel auf. Vielleicht trifft man auch auf Kannibalen? Es bleibt spannend. Auf geht die Expedition in den Dschungel!

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