20 Jahre “Der Herr der Ringe – Die Gefährten”

Vor 20 Jahren erschien der erste Teil der Herr der Ringe-Verfilmungen “Die Gefährten”. Da dieser Film und das zugehörige Tabletop sehr wichtig für mich sind, will ich beide mit einem Beitrag würdigen.

2001 habe ich recht viel Zeit im GW Essen verbracht. Als die ersten Fotos der neuen Herr der Ringe-Figuren im White Dwarf angekündigt waren und sogar aussahen wie das, was wir zuvor im Trailer gesehen hatten, waren wir alle ganz aus dem Häuschen. Das Internet steckte ja vergleichsweise noch in den Kinderschuhen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die ersten Fotos wirklich erst im WD gesehen hatte. Ich war damals 15 Jahre alt und hatte zuvor nur “Der kleine Hobbit” gelesen, wie meine Ausgabe von DTV Junior hieß. Auch wenn ich das Buch mochte und bereits zweimal gelesen hatte (was damals unüblich für mich war), kannte ich Tolkiens wahres Epos nur vom Hörensagen. Das änderte sich als ich den Trailer von “Die Gefährten” zum ersten mal sah und eine Ahnung davon hatte, was da auf mich zukam:

Das Taschengeld ging nun ausnahmsweise nicht für Warhammer drauf, sondern wurde für die gerade frisch erschienene Taschenbuchausgabe in der Übersetzung von Wolfgang Krege ausgegeben, damit ich beim Kinobesuch zumindest das erste Buch schon kennen würde. Tatsächlich schaffte ich es nicht rechtzeitig und wusste also weder wie das Buch endet noch wie die Geschichte überhaupt weiterging. Das Fehlen von Tom Bombadil fiel mir dafür natürlich sofort auf, womit ich mich bereits als Tolkienkenner fühlte.

Diese Kinoerfahrung ist für mich bis heute allerdings unvergesslich. Die überwältigende Idylle des Auenlands, die bedrohliche Inszenierung der Ringgeister, der Soundtrack! Und was für ein Wahnsinnstrip war bitte die Einleitung mit der Schlacht am Schicksalsberg und der gerafften Geschichte des Rings? Die Inszenierung von Moria hat mich einfach nur weggeblasen. Atmosphäre, Spannung, Hektik, ein Höhlentroll! Dann der Balrog. Wir hatten ja keine Ahnung was in späteren Filmen noch kommen würde, aber das hier auf der Leinwand war bereits unglaublich intensiv. Ich glaube, ich war drei mal im ersten Teil im Kino und habe ihn vor allem in der Extended Edition seitdem unzählige male gesehen.

Nachdem Kinobesuch gab es für mich nur noch Herr der Ringe. Alle drei Filme starteten jeweils im Dezember – praktisch für Weihnachten. Zu Weihnachten 2001 bekam ich die grüne Grundbox des Tabletops und die Box “Die Gefährten” mit den schönen, von den Perrys modellierten Hauptfiguren. Gekauft wurde sie schon am Erscheinungstag, denn da gab es ja den “limitierten” Bilbo dazu. Ich weiß noch, das ich sofort anfing die Charakter Modelle zu bemalen. Folgende Figuren müssten daher vor ziemlich genau 20 Jahren bemalt worden sein und damit leider einige der ältesten, bemalten Miniaturen sein, die ich aus meinen frühen Hobbyjahren noch habe. Da wir nun 20 Jahre “Herr der Ringe – Die Gefährten” feiern (Kinder, wo ist die Zeit geblieben?), habe ich die alten Figuren ausgegraben:

Im White Dwarf waren Bemalanleitungen abgedruckt. An Techniken kannte ich nur Trockenbürsten und inken. Akzeptieren war erstrebenswert aber schwierig, sowas wie layern o. ä gab’s gar nicht. Tatsächlich gewann ich mit dem Boromir oben ein Jahr später den HdR-Malwettbewerb des GW Essen – das würde im Zeitalter der Youtube-Tutorials sicher auch nicht mehr passieren.

Das Spiel selbst fand ich gut. Ich hatte vorher noch nie einen Fantasy Skirmisher gespielt und mochte das flexible Agieren mit den Helden. Es waren bislang nur wenige Miniaturen verfügbar und die Auswahl verstand niemand. Wieso waren in der Grundbox Elben und Menschen gegen Moria-Orks und nicht gegen normale Orks, damit man die große Schlacht des Films nachspielen konnte? Gewöhnliche Orks gab es nur als Metall Metallminis, was es ziemlich teuer machte, die Schlacht am Schicksalsberg nachspielen zu wollen. Immerhin gefielen mir die Themensets zu Schlüsselmomenten des Films sehr gut. Die Orks finde ich auch heute noch sehr schön und wesentlich charaktervoller als die späteren Plastikorks. Ich habe noch einige bemalte Figuren (ebenfalls eher einfach bemalt) und überraschend viele unbemalte. Da das Design gut geeignet ist auch in anderen Fantasy Settings Verwendung zu finden, werde ich die Orks entfärben und die gesamte Gruppe neu anmalen. Man schafft sich ständig neue Projekte, aber ich freu mich auch drauf.

Leider habe ich nicht mehr viele bemalte Figuren von früher, die meisten hatte ich im Rahmen meiner Hobbyaufgabe verkauft. Heute ist es schön einmal zu sehen woher man kommt und welche Reise man hinter sich hat. Wen könnte es überraschen – natürlich habe ich nun Lust wieder HdR zu bemalen, neben allen anderen Projekten versteht sich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.