Street Wars NYC Funky Skull Games

Street Wars NYC: Misch’ mit deiner Gang New York auf!

Ich habe jüngst Street Wars NYC von Funky Skull Games ausprobiert. Eigentlich wollte ich Miniaturen haben und habe kurzerhand das Regelbuch mitbestellt, da es derzeit deutlich reduziert ist. Gemeinsam mit den gewünschten Figuren kam es nach post-Brexit-üblicher Lieferzeit an und ich war sofort begeistert.

Copyright: Funky Skull Games

Funky Skull Games/Flags of War Inhaber Ian McDonald hat es selbst geschrieben und man merkt dem Buch den Spaß an, den die Entwicklung gemacht hat und den es vermitteln soll. Ohne Ballast kommt es gleich zum Punkt, erläutert die Regeln und Mechanismen des Spiels übersichtlich und verständlich und drückt die Faszination des Autoren für 70’er Jahre Actionfilme zwischen Die Warriors, Dirty Harry und Blaxploitation auf jeder Seite aus.

Das Spielprinzip

In Street Wars NYC spielt man eine Gang aus 5-10 Mitgliedern inkl. eines Gangleaders und liefert sich Revierkämpfe mit anderen Gangs. Man kämpft mit dem Körper, Nahkampfwaffen oder vereinzelt auch Pistolen. Die Fights finden natürlich in städtischem Terrain statt und werden nach recht konventionellen Skirmish Regeln abgewickelt. Es gibt eine Vielzahl an Bewegungsoptionen, mit denen man das Revier durchstreifen, in Szenarien auch Häuser und Personen ausrauben oder Graffities sprühen, auf Häuser und Autos klettern oder von ihnen herunter fallen kann. Die Kampfregeln sind verhältnismäßig umfangreich, aber immer simpel und schnell gehalten. Der Gangleader hat spezielle Fähigkeiten, mit denen er seine Members motivieren oder kommandieren kann. Sehr authentisch finde ich die Möglichkeit zum Trash Talk mit dem Gegner: Die Leader pöbeln sich gegenseitig an und wer die Auseinandersetzung gewinnt, der hat in der kommenden Runde einen kleinen Vorteil.

Copyright: Funky Skull Games

Who called the Cops?

Man kann dem Spiel zusätzliche Würze verleihen durch die Anwesenheit von non-player Zivilisten und/oder Polizisten. Zivilisten bewegen sich zufällig über das Spielfeld und blockieren Sicht- und Schusslinien, sie können ausgeraubt und verletzt werden. Aber Vorsicht: Manche Zivilisten sind sehr wehrhaft und können deinem Ganger ungeplant das Leben schwer machen! Polizisten betreten irgendwann das Spielfeld und fangen an Gang Members zu verhaften oder sich Kämpfe mit ihnen zu liefern. Die Option habe ich noch nicht ausprobiert, aber ich stelle sie mir reizvoll vor – ein bisschen GTA Feeling auf dem Tisch 🙂

Optimalerweise hat man viel städtisches Gelände für die richtige Atmosphäre und Spieleffekte (Deckung, Sichtblock, Kämpfen von erhöhter Position,…). Das Spiel ist im 70’er Jahre Setting angesiedelt, eine Auswirkung hat dies aber nicht. Man könnte es auch in der Gegenwart spielen. Inwiefern sich Gangwars in den letzten 50 Jahren geändert haben können andere besser beurteilen; halb- oder gar vollautomatische Waffen gibt es jedenfalls nicht im Spiel. Denkbar ist auch ein klassisches Turtles gegen Foot Clan Szenario. Funky Skull Games bietet zwar eigene Figuren an, man kann aber mit allem spielen was man hat.

Liebevolle Aufmachung. Copyright: Funky Skull Games

Und sonst noch?

Neben den Regeln enthält das Buch noch Regeln für Kampagnen (Gang Member können sich verbessern oder dauerhafte Wunden davon tragen), Szenarien, vorbereitete Gangs und einige Söldner, die jede Gang für mehr Power anheuern kann.

Für das Spiel benötigt man pro Seite mindestens 5 Figuren, die Regeln und die mitgelieferten Karten, einige Würfel und Marker, Messstäbe und Gelände.

Innovativ finde ich den Einsatz von Würfeln. Im Prinzip werden alle Tests auf 4+ bestanden. Unterschiedliche Gang Member haben je nach Rang unterschiedliche Würfel zur Verfügung. Ihre Stärken werden nicht durch bessere Werte dargestellt, sondern durch “größere” Wüfel. Mit einem einfachen W6 ist die Probe schwieriger zu bestehen als mit einem W10 oder sogar höher. Auf diese Weise muss man keine Werte im Kopf behalten oder gar auf Tabellen vergleichen, man verwendet einfach unterschiedliche Würfel. Welchen Würfel man wofür benötigt sagen einem die einzelnen Karten, die man für jedes Gangmitglied hat.

Sogar funkige Musik wird empfohlen! Copyright: Funky Skull Games

Ein schönes Detail ist der “Funk”-Wert, so etwas wie die Street Credibility, der einen Effekt auf deine Gang hat und gegen den man ab und zu würfeln muss. Durch Ereignisse kann er reduziert werden – auf einmal sind deine Jungs und Mädels nicht mehr die großen Macker im Viertel und sind zu bestimmten Aktionen nicht mehr in der Lage.

Fazit

Schlussendlich ist Street Wars NYC ein schnelles, unkompliziertes Spiel, das keine Strategiesimulation sein will. Es ist genau das was es ist: Man trifft mit seiner Gang auf eine andere und dann geht’s los bis keiner mehr steht oder ein Spielziel erreicht wurde. Mir macht’s Spaß und ich werde es definitiv noch öfter spielen. Passende Musik im Hintergrund und die ein oder andere Pöbelei am Rande erhöhen die Atmosphäre natürlich ungemein.

Folgend findet ihr noch ein Let’s Play Video mit Designer Ian McDonald:

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