White Dwarf September 1997

Das erste mal, September 1997

Meinen Hobbyeinstieg hatte ich, wie wahrscheinlich die meisten Tabletopper meiner Generation, mit Warhammer Fantasy. Im September 1997 habe ich meine ersten Miniaturen im Games Workshop Oberhausen im Centro gekauft, beim hühnenhaften und natürlich langhaarigen Heiner. Warum weiß ich das noch so genau? Mir wurde natürlich gleich der White Dwarf aufgeschwatzt, der mich dann durch seine sehr breite und sehr spezielle Themenauswahl direkt überforderte: Was sind Tyraniden? Aha, Space Marines Scouts sind neu. Cool, Befestigungswälle aus Pappe sind dabei (mein erstes Gelände!), aha, die Jungferngarde der Hochelfen ist neu. Aber wo steht etwas über die Bretonen??? Jedenfalls kann ich anhand des White Dwarfs natürlich heute noch ziemlich genau ermitteln, wann mein Einstieg war.
Kurz zuvor hatte ich Warhammer zum ersten mal überhaupt gesehen. Ich besuchte einen Klassenkameraden und sah völlig beiläufig bei ihm einen großen Spieltisch, mit klassischer Eisenbahn-Rasenmatte, ein paar Eisenbahn-Bäumen und ein paar Regimentern. Er sammelte Hochelfen, sein größerer Bruder Waldelfen. Ich war neugierig, er versuchte mir so gut es ging alles zu erklären und als ich die Bretonen sah, war es um mich geschehen. Ritter! Und die kämpfen gegen Monster? Und man sammelt das alles und bemalt das und spielt dann nach Regeln gegeneinander? Coool.
Ich war damals 11 Jahre alt und kannte vorher nur ein bisschen klassischen Modellbau – ich hatte 2-3 leichte Flugzeuge von Revell zusammengebaut und war an einem zu schwierigen Zerstörermodell (die Bismarck?) gescheitert, das mir mein Onkel geschenkt hatte.

Völlig naiv ging ich in den GW, war erschlagen von den ganzen unerklärlichen Blistern an den Wänden, in denen man nichts erkennen konnte und stand wahrscheinlich lange und unentschlossen vor den Vitrinen rum. Spieltische gabs auch, es wurde auf jeden Fall gespielt, keine Ahnung ob ich mich getraut habe zuzugucken. Heiner sprach mich an und ermittelte recht schnell was ich wollen könnte. Ich war gekommen um Bretonen zu kaufen und verließ den Laden dann mit einer kleinen Box Space Marines (dieser Sechsertrupp in Monoposen) und einer Box mit einem Space Marine Bike. Keine Ahnung warum ich bei 40k und Space Marines gelandet war und keine Ahnung, warum Heiner diese Kombination für einen guten Einstieg hielt. Ich war mit meiner Mutter und meinen Schwestern unterwegs, die noch ein bisschen shoppen wollten, also stand ich mit meinen neuen Einkäufen rum und öffnete schon einmal die Boxen. Hä? Gussrahmen? Kein Kleber, keine Farben, keine Malanleitung, keine Ahnung von gar nix.

Offenbar hatte Heiner mehr vorausgesetzt als ich wusste oder ich hatte einfach alles abgenickt was er mich gefragt hat. Vermutlich letzteres. Oh Mann.
Mein Taschengeld war alle und meine Mutter ging gnädigerweise mit mir zurück um sich zu erkundigen was man jetzt noch braucht. Netterweise hat sie es dann gekauft. Da kam dann zusammen was man halt so braucht, aber es sollte ja auch nicht zu teuer werden. Grundierspray (unbedingt!), Plastikkleber (hatte ich schon), Bastelmesser/Seitenschneider (Danke, das haben wir bestimmt zuhause…), Pinsel (ja, einer reicht erstmal), mindestens dieses Farbset (wir nehmen doch lieber 4 einzelne Farben für den Einstieg), Grasstreu und Bastelleim (muss vielleicht erstmal nicht sein). Die Farben waren auf jeden Fall Blood Red, Chaos Black, Goblin Green und Boltgun Metal. Damit konnte ich grob einen Blood Angel bemalen. Vermutlich war irgendein Gelb noch dabei. Man startete halt ziemlich simpel. Ich weiß noch, dass ich alles zusammengebaut und bemalt habe, leider habe ich nichts mehr davon. Die Bemalung war natürlich eine Katastrophe. Ich hatte keine Ahnung von irgendeiner Maltechnik, wusste nichts von Farbe verdünnnen oder wie man den Pinsel sinnvoll benutzt. Das Ergebnis war eine ziemliche Schmiererei, die grob dem Farbauftrag auf den gewollten Partien entsprach. Als Hobbyeinstieg war das alles nicht unbedingt super motivierend, aber ich war trotzdem Feuer und Flamme. Ich kaufte danach noch einen Space Marine Sergeant mit E-Faust aus Metall – was den Abschluss meiner privaten Hobbyerfahrung mit Space Marines darstellt (später als GW-Mitarbeiter bemalte ich natürlich einige Space Marines).

Den White Dwarf 21 hatte ich damals beim ersten Besuch auch noch mitgenommen, vermutlich ist er mir auch als sinnvoll für den Hobbyeinstieg verkauft worden. Ich hatte mehrere White Dwarfs bevor ich überhaupt erstmal ein Armeebuch hatte – nicht die beste Reihenfolge.

Neuerscheinungen im September 1997

Leider habe ich gar keine Miniaturen mehr aus meiner Anfangsphase und kann keinerlei Fotos zeigen. Schade, das waren andere Zeiten. Einen schönen Rückblick wirft übrigens auch Warmonger auf seinem Blog, der offenbar zeitgleich mit mir anfing und einen etwas geschickteren Einstieg wählte. Ja, ich beneide ihn darum, dass er seine ersten Figuren noch hat 🙂

Nach diesen ersten Erfahrungen wechselte ich endlich zu Warhammer Fantasy. Mittlerweile rückte Weihnachten 1997 näher, was Verheißungsvolles für die Grundbox versprach. Mehr dazu beim nächsten mal!

Wie verlief Euer Hobbyeinstieg? War er ähnlich glorreich oder seid ihr tatsächlich direkt bei eurer ersten Armee gelandet? Erzählt’s mir gern in den Kommentaren!

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