“Every man dies, not every man truly lives.”

Braveheart war für mich jahrelang ein wichtiger Film. Als Kind war ich ein großer Ritterfan und saugte alle Geschichten und Kinderserien (Prinz Eisenherz!) förmlich auf. Ich habe keine Ahnung, wie alt ich war, als ich Braveheart zum ersten mal gesehen habe, vermutlich 11 oder 12 und damit definitiv zu jung. Ich weiß aber noch sehr genau, wie sehr mich die Inszenierung der Schlachten und vor allem die Momente des Gegenüberstehens, Verhandelns und Motivierens vor den Kämpfen in den Bann gezogen haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Kämpfe und die Brutalität für mich damals kein Problem waren (evtl. war der Film ohnehin geschnitten?), das Schicksal von William Wallace hatte mich aber emotional überfordert. Mindestens beim ersten mal habe ich den Film nicht zu Ende gesehen sondern bin bei der öffentlichen Folter von Wallace gegangen und habe mir hinterher von meinem Vater erzählen lassen was passiert ist. Das hat mich alles beschäftigt. Vorher kannte ich nur Sagen über strahlende Ritter und heldenhaften Kampf. Jetzt lernte ich ein Übermaß an Schmutzigkeit, Brutalität und auch ein Stück weit mehr Realismus kennen. Das wirkte alles sehr stark auf mich, es hat die Faszination aber noch angefacht und nicht gebremst. Bis heute mag ich die Inszenierung der Gefechte gern und freue mich, wenn über grünen Hügeln zunächst das Donnern der Hufe zu hören ist und langsam die Lanzen und Helme der Kavallerie auftauchen. Ich habe den Film so oft gesehen, dass Szenen mit William, Hamish und co wie das Wiedersehen mit alten Freunden sind.

“Freeedoooom!”

Ich wollte unbedingt Braveheart Miniaturen haben und freute mich kindisch als ich welche bei Elladan gefunden habe. Die Reihe bei Elladan ist tatsächlich stark an den filmischen Vorbildern angelehnt und nimmt es daher ebenso wenig genau mit historischer Akkuratesse. Historische Spieler mögen die Nase rümpfen, für mich sind sie aber geanu das, das ich wollte. Mittlerweile habe ich natürlich auch einiges über den echten Wallace und seine Zeit gelesen. Die Ungenauigkeiten, Erfindungen und historischen Freiheiten im Film sind mir gut bewusst. Es ist eben keine Doku. In erster Linie wird ein stilisiertes Heldenepos vor historischer Kulisse erzählt. Egal, mir gefällts.

Elladan hat noch mehr Schotten im Angebot, ich habe mich aber zunächst für eine Auswahl entschieden, da ich auch noch die Miniaturen von Ebob habe. Leider passen sie größentechnisch nicht zusammen. Ebobs Minis sind eher true scale und tendieren schon fast Richtung 25mm, Elladans Minis kann man daneben getrost als Riesen betrachten. Ein Vergleichsfoto mache ich, wenn Ebobs Figuren angemalt sind.
Der Guss der Figuren ist phänomenal gut – von Elladan bin ich aber auch nichts anderes gewohnt. Einige Hände und Waffen mussten geklebt werden, es hat aber alles wunderbar gepasst. Mein William Wallace ist leicht umgebaut. Eigentlich trägt er sein legendäres Schwert auf dem Rücken und streckt einen Hammer in die Höhe (wie übrigens in der Filmszene auch). Davon abweichend habe ich mich für einen Umbau entschieden, weil sein Schwert für mich immer so eine ikonische Waffe war und ich es gewürdigt haben wollte. Mit der Bemalung habe ich mich eng am Film gehalten. Sicherlich alles nicht historisch, aber mir gefällt es wahnsinnig gut. Die Helden des Filmes sind für mich lebendig geworden und darum geht es ja. Dieses kleine Projekt hat wirklich Spaß gemacht.

Mit den Ebob Miniaturen lasse ich mir vermutlich noch etwas Zeit. Sie sind historischer angelegt und sollen den echten Wallace zeigen, von dem man vieles allerdings gar nicht genau weiß. Ich habe mir sagen lassen, dass auch Ebobs schottische Krieger eher Braveheart seien als historischen Ursprungs, aber sei es drum. Da Ebob auch englische Soldaten inkl. König Longshanks im Programm hat, möchte alles insgesamt historisch so genau wie möglich anmalen. Das ist aber ein Projekt für ein anderes mal.

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