“Cleric, I can only hope one day to be as uncompromising as you.”

Der Schock durch Matrix Reloaded saß 2003 so tief, dass ich Equilibirum zeitweise sogar für besser als Matrix hielt. Equilibrium erschien rund um den Matrix Reloaded Kinostart in Deutschland als Direct-to-DVD und wurde von mir sofort gekauft. Stylische Action mit Matrix-Anleihen und Christian Bale in der Hauptrolle musste einfach sofort gesehen werden. Beeindruckend war der Film dann allemal. Die dystopische Handlung war für mich zudem greifbarer als Matrix, dessen erster Teil noch viel Raum für philosophische Gedanken ließ und dessen frischer, zweiter Teil mich sehr unzufrieden aus dem Kino entließ. Equilibrium bedient sich hingegen sehr deutlich bei den großen und kleinen Werken dystopischer Literatur, von denen ich zu dem Zeitpunkt aber nur 1984 selbst gelesen hatte – immerhin neben Fahrenheit 451 der deutlichsten Vorlage. Die Actionszenen waren schön stilisiert insziniert und machten einen guten Eindruck. Der für den Film erfundene Kampfstil Gun Kata sah aus wie John Woo meets Matrix und hätte eigentlich einen größeren Einfluss auf die Popkultur entwickeln müssen. Vielleicht ist Equilibrium dafür einfach nicht bekannt genug geworden. Ich mag den Film immer noch sehr gerne und Christian Bale war nun endgültig auf meinem Radar angekommen – das machte die Vorfreude auf Batman Begins noch größer.

Ganz zufällig habe ich eine Miniatur von Christian Bales Charakter, dem Kleriker John Preston, gefunden. Sie zeigt Bale in einer der charakteristischen Kampfposen, unnatürlich stilisiert, aber eben auch unbestreitbar cool. Hersteller ist die russische Schmiede Warhansa Miniatures, die eigentlich eher Tabletop-Adaptionen von Spielzeugen in größeren Maßstäben herstellt und alle Produkte in ungewöhnlich weichem Plastik produziert. Das Plastik sieht aus und fühlt sich an wie dieses Soft Plastik, aus dem die billigen, grünen Spielzeugsoldaten hergestellt sind, die man in großen Packungen in Spielzeugläden bekommen konnte, mit einem Panzer, ein paar Sandsäcken und Palmen. Bei Tabletop Figuren habe ich das vorher noch nie gesehen. An sich gibt es nichts auszusetzen, der Guss ist trotzdem scharf und wird vielleicht nur an schwer zugänglichen Stellen etwas unsauberer – nichts allerdings, was man nicht anderswo auch schon gesehen hätte. Die Reinigung muss jedoch vorsichtig gemacht werden, da man schnell Gefahr läuft, mehr als ein paar Gussgrate zu entfernen.

Bale tritt im Film überwiegend ganz schwarz oder ganz weiß gekleidet auf. Ich habe mich für den weißen Anzug entschieden, weil ich schwarz einfach wesentlich öfter male. Das ist, glaube ich, die erste flächig weiße Miniatur, die ich seit Jahren bemalt habe. Nunja, so richtig zufrieden bin ich nicht. Ich habe das Weiß zwar vorsichtig geschichtet, aber es hat trotzdem nicht so funktioniert wie ich wollte. Es gibt einige Dinge, die ich nächstes mal anders versuchen möchte – wir lernen stetig dazu, nicht?
Trotzdem gefällt mir die Figur insgesamt gut und ich behalte Warhansa im Blick!

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