Auf die Schlachtfelder!

In den letzten Wochen habe ich immer mal wieder an Gelände gebastelt. Wie das bei uns im Hobby ja leider oft so ist, beschäftigt man sich mit diesem und jenem und braucht manchmal eine ganze Weile bis man etwas tatsächlich fertig hat. Bis Jahresende wollte ich alles derzeit Offene beenden und so kann ich jetzt ein bisschen was präsentieren.
Fertig geworden sind unter anderem zwei selbst gebaute Spielmatten:



Für Saga wollte ich zumindest eine vernünftige Spielmöglichkeit haben. Aktuell kommt für mich aus diversen Gründen kein Spieltisch in Frage. Ich wollte zwar immer schonmal eine modulare Platte bauen, aber realistisch gesehen ist es den Aufwand und vor allem Stauraum im Moment nicht wert, wenn ich noch auf absehbare Zeit nicht so richtig zum Spielen kommen werde. Trotzdem möchte ich grundsätzlich die Möglichkeit haben und mit meinem bisherigen Foto-Set up bin ich auch recht stark eingeschränkt, das sollte eine Matte auch ändern. Mit vernünftigem Untergrund könnte ich Fotos aus ganz neuen Blickwinkeln machen. Eine Matte erschien mir daher wie der perfekte Kompromiss: Sehr platzsparend, optisch ansprechend genug und schnell und günstig zu bauen. Bedruckte Matten finde ich zwar eine tolle Entwicklung, rein optisch geben sie mir aber nicht so richtig das was ich will. Tobi von Team Würfelkrieg stand mir netterweise beratend zur Seite und hat mich auf das Thema Maleracryl zur Mattengestaltung hingewiesen. Der Prozess wird anschaulich auf dem Blog der Ulmer Strategen erklärt: Im Prinzip nimmt man die eigentliche Matte (in den meisten Beispielen aus Leinen/Leinwand/grober Stoff), mixt eine Mischung aus Maleracryl, gewünschter Farbe, Sand und etwas Wasser zusammen und verstreicht diesen Mix auf der Matte. Damit erhält man den vorkolorierten, strukturierten Belag. Noch in die feuchte Mischung auf der Matte streut man nach Belieben Grasstreu und lässt es trocknen. Anschließend folgt eventuelles Trockenbürsten, fertig.

Der Trick ist, dass durch das Maleracryl der Belag klebt, aber flexibel bleibt. Mit Leim oder anderem Kleber würde der Belag hart austrocknen, dann beim Zusammenrollen der Matte brechen und es wären Risse sichtbar oder schlimmstenfalls würden sich ganze Stücke lösen. Mit dem Maleracryl scheint das nicht zu passieren und viele Nutzer der Technik sind offenbar seit Jahren sehr zufrieden damit. Das wollte ich auch gerne ausprobieren.


Die Matte besteht bei mir aus einem billigen Stoff von Ikea, den man als Meterware dort selbst zurecht schneiden kann. Als Maleracryl habe ich das günstigste No-Name-Produkt (weiß!) aus dem nächsten Baumarkt genommen. Eine größere Menge dunkelbrauner Acrylfarbe hatte ich noch (sie wird beim Mixen mit dem weißen Acryl zwangsläufig heller!), Sand war da, Grastreu ohnehin. Das Spielfeld in 90×120 cm habe ich aufgezeichnet und los ging’s auch schon. Die Verarbeitung ist eine ziemliche Sauerei, also schützt euch (Handschuhe!) und die Arbeitsumgebung gut. Dafür war alles sehr schnell vorbereitet. Die Masse habe ich einfach mit den Händen aufgetragen und verteilt. Als Trocknungszeit habe ich 24 Std. angenommen und die Matte draußen an einem lauen Herbsttag liegen lassen (das Acryl kann stinken, daher besser nicht im Haus). Am nächsten Tag musste ich nur noch das Spielfeld ausschneiden, Überschuss abklopfen und war fertig. Das Ergebnis finde ich richtig toll für das was es ist. Schnell, einfach, platzsparend und trotzdem überzeugend. Klar, ein Spieltisch sieht besser aus und ich würde bei weiteren Matten noch ein paar Dinge etwas anders machen, aber im Großen und Ganzen funktioniert es für mich gut. Die Matte hat mich keine 5 Euro gekostet (bei Neuanschaffung müsste man Grasstreu und Sand noch dazurechnen).

Mehr Spielmatten brauche ich aktuell nicht, ich wollte allerdings noch weitere Untergründe für Fotos haben. Daher habe ich eine zweite Matte für sandige Untergründe nach dem gleichen Prinzip gebaut. Diese ist allerdings wesentlich kleiner und dient wirklich nur als Untergrund für Fotos. Diesmal war das Mischverhältnis offenbar ein bisschen anders, der Sand ist deutlich gröber getrocknet. Das ist nicht die Struktur, die ich beabsichtigt habe, aber es ist für den Moment okay. Diese Matte ist aus Resten enstanden und tut erst einmal was sie soll. Eventuell fertige ich noch einmal eine dritte, komplett grüne Gasmatte an.

Vielleicht haben dich meine Matten ja zu einem eigenen Versuch inspiriert. Schreib mir gerne, falls du Fragen hast! Im nächsten Gelände-Post stelle ich einen Wald vor.

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