“All good things to those who wait. I’ve waited, Clarice.”

Auch Hannibal Lecter war eine ikonische Figur, die man kannte, lange bevor ich “Das Schweigen der Lämmer” selber sehen konnte. Gleichzeitig ist es einer der Filme, die für mich nachträglich durch die Buchlektüre abgewertet wurden. Oftmals ist es ja so, dass man erst ein Buch liest, dann den Film sieht und der Film in der Regel nicht an das Buch heranreichen kann. Wenn ich erst einen Film sehe und dann das Buch lese bringe ich beim Lesen meistens die filmischen Bilder mit dem Gelesenen in Einklang und es vermischt sich doch noch ganz gut, so dass es keinem von beidem schadet. Nachdem ich “Das Schweigen der Lämmer” gesehen habe, war ich so fasziniert von Dr. Hannibal Lecter, dass ich alle Romane aus der Reihe von Thomas Harris gelesen habe. Zwar hatte ich Anthony Hopkins immer vor Augen, entwickelte aber eine eigene Vorstellung von Clarice Starling und löste mich stark vom Film. Die Bücher habe ich alle verschlungen, die Filme nur noch der Vollständigkeit halber gesehen und alle nicht mehr so gut gefunden. Was die Bücher betrifft war “Hannibal” für mich das Highlight.

Es ist natürlich keine Überraschung, dass von allem was den Film ausmacht, die Performance von Anthony Hopkins das einzige ist, was für mich den Test gegen die Vorlage besteht. Ich kann ihn mir einfach nicht mehr anders vorstellen. Auch die Darstellung von Mads Mikkelsen in der Serie “Hannibal” war für mich zwar ein interessanter, alternativer Zugang, aber nichts was mich so richtig fesseln konnte. Anthony Hopkins als Hannibal Lecter bleibt für mich das non-plus-ultra. Ich habe länger überlegt, ob er in meine “Horror Icons”-Reihe gehört. Während die Filme sicherlich keine Horrorfilme sind und auch an Hannibal Lecter eher andere Aspekte faszinieren als die bloße Grausamkeit und der Kannibalismus, so ist die Figur für mich dennoch eine mit ikonischem Status der Bösartigkeit, die als Stereotyp des “zivilisierten” Abgründigen dient. Wenn man an Hannibal Lecter denkt, dann denkt man an einen zwar intellektuellen und kultivierten, aber dennoch gefühlskalten und Grenzen überschreitenden Massenmörder. Für mich hat er seinen klaren Platz in einer Hall of Fame des Horrors, auch wenn er diesem Genre eigentlich nicht angehört.

Die Miniatur ist von Studio Miniatures und stellt ihn in der legendären Verhörszene mit Zwangsjacke und Gesichtsmaske dar. Die Bewegungsunfähigkeit durch die Fixierung an der Karre gehört für mich zur Atmosphäre dazu. Es sind nicht nur die Arme gefesselt, der Mann ist überhaupt an jeder kleinsten Bewegung gehindert, so gefährlich ist er. Meiner Miniatur wollte ich deshalb die Karre verpassen. Es war eine ganz schöne Herausforderung, dies im passenden Maßstab selber zu bauen. Das Gestell ist aus Alu-Draht, den ich vorsichtig gebogen habe, einige Teile sind aus Plastikkarton, die Räder sind winzige Teile, die ich von einem speziellen Dübel abgeschnitten habe und die Gurte sind Green Stuff. Die Figur selbst ist unverändert, außer dass ich die Beine ein wenig zusammengebogen habe.

Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Es fängt für mich die Gefährlichkeit des Moments ein und präsentiert Hannibal Lecter so, wie er angemessen präsentiert werden sollte – andernfalls vielleicht im Anzug mit Glas Wein in der Hand. Mit der Bemalung bin ich nicht zufrieden, sie sieht real allerdings auch nicht so unsauber aus wie auf dem Foto.

Eine weitere Ikone des Horros wird es diesen Monat noch geben. Dafür begebe ich mich erstmalig in die Welt der Videospiele!

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