„I tried to think of the most harmless thing. Something I loved from my childhood. Something that could never ever possibly destroy us. Mr. Stay Puft!“

Ja, okay, die Idee war völlig wahnsinnig, von Anfang an. Trotzdem wollte ich es durchziehen.
Als ich vor zwei Jahren wieder mit diesem wunderbaren Hobby anfing und mich dafür entschied, zunächst diverse Miniaturen aus Film und Fernsehen zu sammeln und hier zu präsentieren, war klar, dass ich für ein bisschen Inszenierung auch Requisiten benötige. Autos, Geräte, Gegenstände. Gerade zivile Autos bekommt man in dem Maßstab ganz überwiegend von irgendwelchen Spielzeugfirmen vollständig bemalt für ein paar Euro. Leider mag ich es aber nicht, wenn neben meinen handbemalten Figuren maschinell bemalte Fahrzeuge stehen. Es wirkt nicht organisch, es sind offensichtlich zwei unterschiedliche Produkte zusammengestellt. Für meine Fotos wollte ich aber einen einheitlichen Look. Ich habe deshalb damals den Entschluss gefasst, dass ich alles was ich verwende eigenhändig bemale, selbst bereits fertige Fahrzeuge (so geschehen z.B. beim Tumbler).

Naja, im Prinzip stehe ich noch immer zu der Entscheidung, da ich es nach wie vor schöner finde. Aber diese Entscheidung bedeutet, dass nicht wenig Zeit dafür drauf geht, Dinge zu bemalen, die bereits (perfekt?) bemalt sind. Das ist öde, oftmals eintönig und irgendwie auch unnötig. Mache ich damit weiter? Ich glaube schon. Aber ganz so überzeugt bin ich nicht mehr.

Als ich die Ghostbusters von Crooked Dice gekauft habe und nach weiteren Figuren aus dem Film Ausschau hielt (z.B. die Terror Dogs), da wusste ich, dass ich unbedingt einen Marshmallow Man haben wollte. Im Tabletop Bereich hat das niemand hergestellt, aber es gibt diverse Spielzeuge, die mehr oder weniger passen. Auf der Tactica habe ich einmal einen gesehen, der, glaube ich, ursprünglich eine Spardose war. Ich habe mich für den von Playmobil entschieden, da er nicht übermäßig groß ist, aber trotzdem eine schöne Größe neben 28mm Miniaturen hat und zudem preislich auch noch attraktiv ist.
Da es sich um Playmobil handelt war er natürlich auch bereits fertig bedruckt und eigentlich ganz nett anzusehen.

Trotzdem hatte ich diesen Entschluss gefasst und machte mich deshalb an die Überarbeitung. Einige Spalten wurden zunächst mit Green Stuff gefüllt, dann das ganze Modell grau grundiert. Anschließend machte ich mich daran dünne, weiße Schichten aufzutragen. Ich wollte kein einheitlich weißes Bild, sondern ein plastisches, halbwegs realistisches Aussehen. Also habe ich den zusätzlich anstrengenden Weg gewählt. Nun, besonders motivierend ist das Vorgehen tatsächlich nicht. Ich habe über ein Jahr gebraucht um den Marshmallow Man fertig zu stellen, wobei er großteils nur rumstand und mich bemitleidenswert ansah.

Endlich ist er nun fertig. Ich bin absolut froh, dass ich dieses wortwörtliche Wahnsinnsprojekt abschließen kann. Hat es sich gelohnt? Irgendwie nicht. Er sieht aus wie vorher, aber natürlich dilettantischer bemalt. Klar, irgendwie ist das auch charmanter, er sieht nun ja tatsächlich organischer neben den anderen Figuren aus. Aber der Aufwand steht nicht wirklich im Verhältnis. Auf jeden Fall habe ich mir noch nie so sehr eine Airbrush gewünscht. Vermutlich wäre das Projekt damit im Handumdrehen realisiert und das Ergebnis zudem auch überzeugend.


Jedenfalls ist der „Stay Puft“-Mann nun fertig und ich kann einen Haken an das erste richtige Langzeitprojekt machen.

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